Wenn du von Åboholm in Richtung Askersund unterwegs bist, dann liegt die Kullängsstugan praktisch am Weg. Das Haus stammt aus dem späten 17. Jahrhundert, steht also schon seit 300 Jahren praktisch unverändert an Ort und Stelle. Trotz seiner ungewöhnlichen Größe gilt sie als typisches Wohnhaus für einen wohlhabenden mittelschwedischen Bauern zu dieser Zeit.

Häuser waren in diesem Zeitraum als Doppelhütte konzipiert, bestanden also im Grund aus zwei große Räumen. Der eine wurde als Wohnstube genutzt: In diesem Raum hielt man sich die meiste Zeit auf. Dort kochte man, schlief und arbeitete. Der andere Raum war als sogenannte „gute Stube“ gedacht: Sie diente dem Empfang von Gästen oder zum Ausrichten von Festen, wurde jedoch auch als Abstellraum genutzt. Zwischen den beiden großen Räumen befanden sich eine Vorhalle und eine Kammer. Das Doppelhaus war vom 17. bis zum 19. Jahrhundert die häufigste Art von Wohnhaus auf etwas größeren Höfen.